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Selbermachen: Bärlauch sammeln

Bärlauch Leipzig

Bärlauch ist ja mittlerweile ein Trendprodukt: Beim Bäcker gibt es Bärlauch-Chiabatta, im Supermarkt Frischkäse, Pesto, Maultaschen oder Butter mit Bärlauch und in Restaurants gibt einfach alles mit Bärlauch: Pesto, Suppen, Aufläufe, Salate, Saucen – Bärlauch geht immer.

Statt euer hartverdientes Geld (und kommt, sind mal ehrlich, so richtig viel Geld hat ja eh niemand von uns, weil Generation Praktikum und so) aber der Frischkäse- und Bäckereikettenindustrie in den Rachen zu werfen, schlage ich etwas besseres vor: Sammelt euren Bärlauch selbst und macht dann damit, was ihr wollt. Euer Abendessen liegt im wahrsten Sinne des Wortes kostenlos vor euch auf dem Boden.

Aber ist das nicht gefährlich?

Erzähle ich Freunden, dass ich Bärlauch sammeln gehen, kommt mir selten ein „Gut für dich!“ entgegengeschallert, dafür sehr oft „Pass bloß auf, dass du nicht draufgehst, weil du aus Versehen Maiglöckchen erwischt hast.“ Googelt das nur auf eigenes Risiko, die Foren machen einen nämlich ganz schön paranoid. Danach wollt ihr ganz sicher nie selbst gesammelten Bärlauch essen. Das Risiko erscheint einfach verdammt groß.

Ausbeute

Ist es aber eigentlich gar nicht. Ich weiß auch nicht, woher unsere Angst herkommt, was wild gewachsene Produkte aus der Natur betrifft. Eigentlich muss man sich nur ausnahmsweise selbst die Mühe machen, genau hinzuschauen, statt blind ins Supermarktregal zu greifen. Was den Bärlauch angeht, ja, die Blätter ähneln Herbstzeitlosen und Maiglöckchen.  Aber

  • Bärlauch riecht nach Knoblauch, die Blätter von Herbstzeitlosen und Maiglöckchen riechen nach gar nichts.
  • Beim Bärlauch wächst nur ein Blatt pro Stengel, ihr zupft die Blätter also direkt aus dem Boden (Wurzel immer stehenlassen.) Die giftigen Doppelgänger dagegen haben mehrere Blätter pro Stengel.
  • Die Blätter rollen sich nicht ein, sind abgerundeter und vor allem weicher. Ich finde, Bärlauch hat eine gewisse Elastizität, wenn man ihn zupft.

Bärlauch sammeln Leipzig

Am besten einmal mit einem Bärlauch-Profi sammeln gehen. So habe ich das auch gelernt. Das beruhigt die Nerven beim anschließenden Essen. Und danach seid ihr bereit selbst loszuziehen.

4 Kommentare

    • Marla Stromponsky sagt

      Lies Dir den Artikel nochmal genau durch – da erkläre ich wie man den ungefährlichen Bärlauch und die giftigen Maiglöckchen von einander unterscheidet.

  1. Ich glaube mein Vorposter bezieht sich auf die gängige Meinung, dass Bärlauch nach der Blüte giftig sein soll – was aber übrigen auch nicht stimmt! Er schmeckt nur nicht mehr so intensiv dann. Die Blüten lassen sich übrigens wie Kapern einlegen. Nomnom! Bei uns gibts übrigens immer wenn wir Nudel-Hunger haben, Nudeln mit „Bärlauch in Öl“ aus einem Gläschen ausm Bioladen, Saulecker, und nicht so künstlich abgeschmeckt wie die gängigen Pestos. Nur selbermachen ist besser. Daher: Danke für den super aufklärenden Artikel 🙂

    LG aus Freiberg!

    Kathrin
    http://lea27784.blogspot.de/

    • Marla Stromponsky sagt

      Freut mich, dass Dir der Artikel gefällt. Bärlauch in Öl kenne ich nur in der selbsgemachten Variante, manchmal noch mit Leinsamen. Kann ich nur empfehlen, eignet sich auch super als Salatdressing.

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