Feminismus, Plattenspieler
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Mädchenschwarm: Cat Power

Liebe Cat,

wir beide kennen uns jetzt schon mindestens 10 Jahre. You got me – wenn ich traurig, wütend oder glücklich bin, du singst vom Abschied nehmen, von der Liebe und wie es sich anfühlt, wenn Du so richtig am Boden bist. Du bist das coole Indie-Girl, dass ich immer angehimmelt habe, weil ich mehr der Typ Hermione Granger bin und das soviel Rock’n’Roll impliziert wie Fußdeodorant. Warum Du einen Bühne Alias brauchst, weiß ich nicht. Denn dein richtiger Name ist Chan Marshall und bereits das klingt verdammt cool.

Ich war nie die Person, die Popstars angehimmelt hat (zumindest nicht ab einem gewissen Alter – alles unter 13 Jahren fällt unter geistige Verwirrung). Bis ich Cat Power zum ersten Mal hörte. Seitdem bin ich Fan. Cat Power, das ist Rock’n’Roll und Indie, Girl Power und Glamour. Eine Frau, eine Gitarre, vermutlich ganz schön viele Zigaretten und Lieder, mit spärlichen Gitarrenakkorden, mit ein bisschen Soul in der Stimme und ein bisschen Zerbrochenheit.

Und doch war Cat nie so unerreichbar, so künstlich, so konstruiert gewirkt die andere weibliche Popstars wie zum Beispiel Shirley Manson oder Courtney Love. Mir gefällt, dass sie auf der Bühne immer aussieht, wie jemand, der sich selbst angezogen hat, der ein paar mal mit der Haarbürste durchs Haar ist, Lidstrich gezogen und das wars. Natürlich sieht das bei Cat Power ungefähr hundertmal cooler aus als bei mir, vermutlich weil die Frau einfach Rock’n’Roll im Blut hat. Ich mag auch ihren Style, der so entspannt aussieht. Außerdem las ich irgendwann, dass sie zu Karl Lagerfelds erwählten Musen gehört. „Natürlich tut sie das,“ dachte ich mir, „wie könnte sie auch nicht? Sie ist einfach perfekt“. Ich habe das Gefühl, dass Cat Power einer dieser beneidenswerten Frauen ist, die sich morgens irgendwas aus dem Stapel auf dem Stuhl neben dem Bett greifen und dann einfach wie auf Knopfdruck schlichtweg umwerfen aussehen, auch wenn es ein alter mottenzerfressener Pulli ist.

Ihre Musik ist perfekt. Sie trägt ihr Herz auf der Zunge, was ich bewundernswert finde und singt über Abtreibungen, über Schluss machen, über Scheiße, die eben passiert in diesem Kuddelmuddel, den wir Leben nennen. Wenn Cat Power „Sea of Love“ covert, dann bricht es mir fast das Herz, weil es trauriger Soul ist und nichts ist schöner  melancholisch ist als trauriger Soul. Mein Lieblingslied (das schwankt aber jährlich) ist aber das eher spärlich instrumentierte gitarrenlastige „Metal Heart„. Der optimal Liebeskummer-, Weltschmerz- und PMS-Song. Danke für alles, Cat. Du bist die Coolste.

Ich bin bestimmt nicht alleine mit meiner Lieber zu Cat Power, oder? Ist sie auch euer liebster Mädchenschwarm? Oder habt ihr einen anderen girl crush?

 

 

 

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