Arbeitswelt, Nachhaltigkeit
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Bist du eigentlich krank?

Es ist der vierte Tag meiner alljährlichen Monstererkältung, dieses Jahr mit bronchialen Untertönen, denn was kann es schöneres geben, als in einem Meer aus Schleim zu ertrinken, während der Brustkorb vom andauernden Husten schmerzt?

Ich mag krank sein nicht besonders, denn die meiste Zeit bin ich zu krank, um krank sein zu genießen und kaum bin ich auf dem Weg der Besserung, verlieren literweise Tee und sieben Stunden „Downton Abbey“ ihre Reize, weil da draußen wartet die richtige Welt mit richtigen Menschen. Deswegen kann ich es aus vollem Herzen verstehen, dass viele Menschen stolz darauf sind, zu behaupten „Ich werde nie krank!“.

Aber seien wir mal ehrlich: Wenn ich krank bin, dann bin ich eben krank. Und dann ergibt es wenig Sinn, andere unschuldige Menschenseelen in meinen schleimigen Strudel aus Husten und Schnupfen hineinzuziehen. Ich kenne Leute, die sich halbtot ins Büro schleppen, weil „ich (hust) habe mich noch nie krank schreiben lassen (hust hust)“, woraufhin Kollegen den Tag in Angst und Schrecken verbringen, sich a) anzustecken, b) dass die Person umkippt und c) wie soll man so jemanden erklären, dass das jetzt „sofort fertigwerden muss, aber dalli!“. Dann lieber einfach ein paar Tage daheim bleiben. Ins Büro kommen finde ich egoistisch, weil die eigene Arbeitsleistung auf keinen Fall bei 100 Prozent liegt, man Kollegen (und deren Familien) womöglich ansteckt und vor allen: Dieses „Ohne-mich-wird-alles-zusammenbrechen“-Syndrom ist einfach anstrengend. So wichtig sind nun wirklich nur die wenigsten Menschen. Also Staatsoberhäupter und Beyoncé und bislang hatte ich noch nicht das Vergnügen, diese in meinem Bekanntenkreis begrüßen zu dürfen.

Vermutlich wird also alles wie gehabt weitergehen.  Wer eine Frage hat, wird einfach warten bis die kranke Person wieder da ist. Oder er findet eine andere Person, die ihm helfen kann. Das ist ein bisschen wie jedes Mal, wenn ich in den Urlaub fahre, 14 Tage kein Internet habe und mich bei meiner Rückkehr auf Tonnen von Nachrichten und Emails gefasst mache. Und dann? So gut wie nichts im Postfach, weil alle wussten, dass ich verreist bin.

Die Moral von der Geschichte: Eile hat man – oder eben nicht.

Was denkt ihr: Trotz Krankheit durchpowern? Oder ist etwas Erholungszeit erlaubt, damit der Körper sich in Ruhe von fiesen Viren erholen kann? Würdet ihr krank ins Büro gehen?

1 Kommentare

  1. Wie passend. Ich bin heute nämlich genau das: Krank.
    Und habe alle Termine abgesagt und bin einfach im Bett geblieben. Tee, viel Schlaf und sonst nichts. (Außer jetzt ein bisschen Internet zur Unterhaltung 😉 )
    Dann ist die Krankheit meist schon besiegt, bevor sie richtig da war. Also bei mir ist es auf jeden Fall so. Ich muss ihr nachgeben, damit sie sich verzieht. Stark sein bringt da gar nicht, „gefährdet“ nur andere Menschen.

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