Blogsphäre, Digitales Leben
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Happy Blog Day: 5 Jahre Endemittezwanzig

Katze Party bloggen

Wie ich vor kurzem freudig erschrocken feststellen musste, feiert Endemittezwanzig dieses Jahr einen runden (in Blogjahren) Geburtstag. Fünf  Jahre hat der Blog schon auf dem Buckel – wie konnte es nur so weit kommen?

Bloggen war zu Beginn einfach ein Hobby während meines Studiums, eine Möglichkeit, all die lustigen gifs und tumblr-Funde zu sammeln und meine Meinungen in die Weiten des Internets zu posten. Dann wurde Endemittezwanzig älter und bekam echte Leser aus Fleisch und Blut. Es folgten Gastautoren, meine erste Akkreditierung, meine erste Pressereise und ich begann nach und nach zu entdecken, was für eine Art von Bloggerin ich sein wollte. In erster Linie wollte ich über Themen schreiben, die mich interessierten: Feminismus, das Arbeitsleben, Nachhaltigkeit und immer wieder popkulturelles Abfeiern von nerdigem Kruscht. Frei nach Schnauze und mit so vielen Kraftausdrücken, wie ich für angemessen hielt.

Mama, ich bin berühmt – also fast.

Das mein digitales Geschreibsel nach und nach Leserinnen gefunden hat, ist großartig. Ich erinnere mich, als ich das erste Mal einen Kommentar erhielt (von Lina, die seitdem eine Freundin geworden ist – danke!) habe ich mir vor Freude fast in die Hose gepinkelt. Bis heute freue ich mich über jeden Kommentar, jedes „Gefällt mir“, jedes Teilen eines Artikels und am meisten darüber, dass Ihr an dieser Stelle regelmäßig mitlest.

Blog like no one is watching

Statistiken waren (und sind) für mich ehrlich gesagt zweitrangig. Ich merke natürlich, welche Artikel bei Euch gut ankommen und welche nicht. Aber manchmal sind es eben die Artikel, die nicht so gut ankommen, die mir am meisten Spass machen. Darauf aus SEO-Gründen zu verzichten? Nö. Deswegen erlaube ich mir den Luxus, nicht panisch auf Google-Analytics-Statistiken zu schielen. Und mache lieber das, was mein Bauch mir sagt. Mein Bauch und ich kennen uns schon lange, deswegen vertraue ich ihm in der Regel auch. Ich könnte Euch also mit immer mehr Lifestylebeiträgen zuballern bis Euch die Ohren schlackern („Detox“ „Yoga-Garderobe!“ „Haarpflegeprodukte für das Arbeiten in trockenen Räumen!“)  und Euch empfehlen, dies und das und jenes zu kaufen – aber ich mag nicht. Ich will Euch nämlich gar nichts verkaufen, sondern nur meine Begeisterung und die der Endemittezwanzig-Autoren mit Euch teilen.

Life of the rich and famous – fast.

Bloggen, das klang für mich früher auch so richtig nach Glamour: Geschenke, Einladungen zu aufregenden Veranstaltungen, Sponsoren und rauschende Feste, auf denen schon mal der rote Teppich für mich ausgerollt wird. Pustekuchen. In den letzten 5 Jahren habe ich genau 100 Euro in IKEA-Gutscheinen verdient, eine Pressereise nach Tschechien, eine Einladung zu einer Weinprobe, eine zum Popcorn rösten im Kino und Rezensionsexemplare verschiedener Bücher. Bares Geld hat nie Hand gewechselt. Das hat sicherlich mit der thematischen Ausrichtung zu tun, Feminismus und wütende Artikel über die Ungerechtigkeit der Welt sind nicht gerade 1a-Sponsor-Material. Das hängt aber auch damit zusammen, dass ich hohe Ansprüche an die Qualität des Blogs habe und die nicht mit irgendeiner seichten „Juhu, Tiefkühlessen und billiges Make-Up vom Discounter für umme“-Kampagnen gegen die Wand fahren möchte. So ziemlich 90% von dem, was mir an Kooperationen angeboten wird, ist einfach Schrott. Sollte es freilich jemals zu einer bezahlten Kooperation kommen (das Katzenfutter zahlt sich schließlich nicht von selbst), dann wird auch ein Sponsored Post meine ehrliche Meinung wiederspiegeln.

In einer Welt, in der wir uns so viel verbiegen, anpassen und selbst zensieren müssen, ist es großartig einen Raum zu haben, wo wir genau das sagen können was wir möchten und dafür akzeptiert werden. Und das möchte ich auf keinen Fall missen.

In diesem Sinne: Danke für Eure Unterstützung und auf die nächsten fünf Jahre!

 

5 Kommentare

  1. Johanna sagt

    Liebe Marla, herzlichste Glückwünsche von mir! Bestes Blog, schönste Endlines für einen Geburtstagspost! Mach weiter so, Grrrl!
    Deine Johanna

  2. Liebe Marla,

    aus genau oben genannten Gründen lese ich deinen Blog. Halleluja: endlich jemand, die schreiben kann. Ich kann mich nicht davon frei sprechen, dass ich Farbe mag, gerne auch im Gesicht. Aber die dämlichen Wortketten auf den thematisch einzuordnenden Blogs sind kaum aushaltbar. Nur um Bildchen zu zeigen, reicht schließlich auch ein Instagram-Account, da braucht man nicht im Lexikon Wörter zusammen zu suchen. Lange Rede: Umso mehr freue ich mich, dass es deine Inhalte gibt!

    Happy Birthday, wenn auch verspätet.

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