Literatur
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Bücher retten Leben

Bücher lesen

Blicke ich auf mein Leben zurück und lasse alle die vielen furchtbar wichtigen Momente Revue passieren, dann sticht eigentlich nur einer heraus: Der Moment in dem ich anfing Bücher zu lesen.

Ok, das ist gelogen weil ich mich ehrlich gesagt nicht an diesen spezifischen Moment erinnere. Aber ich erinnere mich, dass die neuerworbene Fähigkeit „Lesen“ mir eine neue Dimension eröffnete. Eine, in der ich nervende Eltern, meinen Mangel an Freunden und meinen Mangel an magischen Kräften (in den Filmen sah das mit dem Fliegen immer sehr einfach aus, aber ich es versuchte landete ich einfach nur auf der Fresse. So lernte ich das Konzept von „Märchen“ kennen.) ausblenden konnte. Vom ersten Moment an las ich wie eine Verrückte, wie jemand der sich an Trümmerreste der Titanic im Atlantik klammert, während um ihn herum alles im dunklen Wasser versank. Nur das ich mich an die Wörter klammerte. Und ich las alles: ich war ein bibliophiler Vielfraß, der noch nicht einmal vor der Fernsehzeitung halt machte. Meine Mutter fuhr mich nämlich nur einmal die Woche in die Bibliothek, wo ich mir dann zwischen 10 und 12 Bücher auslieh. Leider reichte mir die Ration nie. Ich las einfach zu schnell. Meine größte Leistung: Bis zur sechsten Klasse hatte ich sämtliche Bücher von Karl May teilweise mehrfach durchgelesen. Das ging so weit, dass ich an einem Tag Winnetou I und II las. Rausgehen und mit anderen Kindern war eh überschätzt. Auf meinen Nachtisch stapeln sich mindestens immer vier Bücher. Außerdem liegen immer noch mindestens zwei in meinem Bett, neben der Toilette und am Rand der Badewanne.

Es ist also nicht übertrieben, wenn ich sage: ich habe extrem viele Bücher gelesen. Und Bücher können Leben retten. Es gibt für jede Situation das richtige Buch und es muss nicht immer Kafka oder Hemingway sein – es ist mindestens genauso schön sich abseits der ausgetretenen Pfade institutionalisierter Klassiker zu bewegen. Meine Tipps für die wichtigsten Situationen im Leben findet ihr hier:

Liebeskummer: Northangar Abbey

Das vielleicht witzigste Buch, dass Jane Austen geschrieben hat. 1803 erschienen, lesen sich die Dialoge zeitgemäß und es bleibt die Erkenntnis: Schwierig war es schon immer in der Liebe.

Weltflucht: Die unendliche Geschichte

Bestimmt schon zehn mal gelesen und jedes Mal wieder begeistert von Endes Fantasie.Und wir lernen: Es ist nie einfach die richtige Entscheidung zu treffen. Wir müssen letztendlich immer Verantwortung für unsere Taten übernehmen. Definitiv ein Buch, dass ihr (noch einmal) lesen solltet.

Erwachsen werden: A little life

Absolutes emotionales Schwergewicht. Ich erinnere mich, dass ich es letztes Jahr im Mai las, im Park, meine Augen hinter meiner Sonnenbrille versteckt, weil mir immer wieder die Tränen in die Augen schossen. Meiner Meinung erfrischend, dass wir endlich wieder Gefühl zeigen dürfen im Roman.

Fakten, Faken, Fakten: Der totale Rausch

Buchkritik im Guardian gelesen, Buch sofort bestellt und gebannt im Zug nach Wien gelesen. Wie konnte ich nur nicht wissen, dass die Nazis alle auf Crystal Meth waren? Das erklärt so viel. Fun Fact: Ohrenschmerzen wurden in den 30er Jahren gerne mit reinem Kokain behandelt.

Hungrig: Die portugiesische Küche

Die portugiesische Küche mag vielleicht nicht so raffiniert und fancy sein wie die französische, aber dort gibt es die beste Hausmannskost der Welt. Ehrlich, simpel und so lecker – wenn ihr auf unprätentiöse Gerichte steht, seid Ihr hier richtig.

 

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