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Anins Songperlen: April

Es geht um Musik

Uhlala, der April war ein aufregender Monat. Deswegen gibts hier, jetzt, heute aufregende Musiktipps:

Twerps – „I Don’t Mind“


Die Melbourner Band Twerps hat mit „I Don’t Mind“ einen dieser Songs geschrieben, die erst völlig an einem vorbeiziehen und plötzlich wacht man morgens auf und summt geistesabwesend die Melodie vor sich hin… Dabei ist „morgens aufwachen“ das Stichwort: „I Don’t Mind“ ist für mich der perfekte Soundtrack für einen dieser verschlafenen Tage, an denen man Mittags mit dem Bier trinken anfängt und sich dann einfach so treiben lässt. Passend dazu auch das noisige Bett, in dem der Song sich räkelt; für mich sinnbildlich für das schlechte Gewissen, das sich im Laufe des bierseligen Tages zwar irgendwann meldet, aber schlussendlich vom glückseligen Rausch(en) einfach übertönt wird. Interpretiere ich eigentlich manchmal zu viel in schnöde Popsongs?

C Duncan – „Say“


Das C in C Duncan steht für Christoph, der Herr stammt aus Glasgow und ist einer dieser musikalischen und künstlerischen Tausendsassa, vor denen man nur den Hut ziehen kann: Klavier, Viola, Gitarre, Bass, Schlagzeug, ein Kompositionsstudium und Malen kann er auch noch.
Die große Liebe für klassische Musik und Arrangements hört man seinen Dreampopsongs durchaus an. (Und sieht man ihm auch an, um mal an dieser Stelle sehr unpassend den schnieken Kleidungsstil des jungen Herrn zu kommentieren…) Wunderschöne Harmonien, die zumindest bei mir sofort Gänsehaut verursachen und eine weitestgehend akustische Instrumentierung, sorgen dafür, dass ich mich gefühlsduselig in der Duncan-Welt verliere und immer mal wieder bei diesem Akkordwechsel oder jenem Melodiekapriölchen ein kleines Freudentränchen verdrücken muss. Haaaach…

Sophie Hunger – „Love Is Not The Answer“


Nach dem Duncanschen Traumland noch was zum aufwachen:
Sophie Hunger hatte ich bisher kaum auf dem Schirm, bzw. wollten die paar Tracks, die ich von ihr so kannte, bei mir nicht recht zünden. Jetzt hats also doch noch Klick gemacht: „Love Is Not The Answer“ hat bei mir als selbsternannte Freizeitkrawallbürste erstmal über den Songtitel Eindruck gemacht. Dann kam der Song, der mit einem -Achtung cheesy!- rockigen Gitarrenriff am Anfang und irgendwie versöhnlichen Orgelsynthies in der Mitte ins Ohr geht. Und nun bin ich eben noch auf das Video gestoßen, in dem eine wirklich scheinbar unliebbare, sehr saure, beleibte Dame im Streifenlook mit einem Strauß Blumen bewaffnet randalieren geht. Geil!

Karies – „Kariman“


Und ganz zum Schluss was zum Ausrasten:
Karies, die Stuttgart gerade gemeinsam mit Human Abfall und Die Nerven (mit denen sie übrigens den irre guten Schlagzeuger Kevin Kuhn gemeinsam haben) zum Zentrum deutscher Leck-Mich-Am-Arsch-Musik machen, machen mich gerade sehr glücklich, weil sie es schaffen, ihre und irgendwie auch meine Wut und Ratlosigkeit in ihren Songs auf den Punkt zu bringen. Wenn ich „Kariman“ im Auto höre, muss ich mitschreien, was mir neulich schon mal eine „Bist du plem plem?“-Geste eines älteren Herren am Straßenrand einbrachte. „SEID UMSCHLUNGEN MILLIONEN!“

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