Kino, Literatur, Plattenspieler
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Wochenschau KW 37: Chicken Nuggets, Marilyn Monroe und The Girls

Vom Sommer habe ich langsam wirklich die Schnauze voll – auch die vergangene letzte Woche war konstanter Sonnenschein mit sehr hohen Temperaturen. Und überall jauchzten mir alle entgegen „Ab nächster Woche wird es kälter und regnet, das muss man jetzt noch einmal richtig ausnutzen!“ Ich habe den Sommer aber schon bis ans Limit ausgenutzt, ich bin braun und mein ist Haar heller geworden, ich habe drei Monate lang jeden Tag Birkenstocks getragen und Eis gegessen, ich war viel baden und im Park und sowieso einfach viel draußen. Und ich habe gelernt freihändig Fahrrad zu fahren. Ich finde, das reicht erst einmal für einen Sommer. Herbst, ich wäre dann soweit!

Getan //

Ehrlich gesagt: Nicht viel. Die Woche war ziemlich ereignislos. Ich war zweimal bei meiner Tierärztin. Und da es nur so mäßig viel Spaß macht, einen Korb mit einer 4,8 Kilo schweren Katze bei 30 Grad über aufgeheizte Straßen zu schleppen und dann zu erfahren, dass der Termin doch erst am nächsten Tag ist, habe ich diese Tage halbwegs erfolgreich ausgeblendet. Aber ereignislos ist gut, dass muss es schließlich auch mal geben. Nur weil ich blogge, ist mein Leben ja noch lange keine Achterbahn.

Geshoppt //

stokowski untenrum frei

Ein reiner Impulskauf war das Buch von Magarete Stokowski, deren Kolumnen ich mit großem Vergnügen lese. Was ich bisher gelesen habe, gefällt mir sehr gut, weil es sich mit meinen Ansichten zu Feminismus und Frau-Sein und „Wir Frauen wollen Männer weder versklaven noch umbringen aber vielleicht gibt es noch andere Lebensentwürfe außer Vati, Mutti, Kind“ ganz gut deckt. Noch besser gefällt mir, dass Frau Stokowskis Buchcover fast (oder genau?) den gleichen unübersehbaren Neonton wie unser Codegirls-Buch hat.

Gegessen //


Mit veganen aber sich wahnsinnig real anfühlenden Chicken Nuggets kam ich das erste Mal diesen Sommer während unseres Segeltrips in Kontakt. Ich habe bestimmt schon seit fünf Jahren kein Hühnchen mehr gegessen, meinen letzten Chicken Nuggets sind bestimmt zehn Jahre her. Und was soll ich sagen? Es ist köstlich! Chicken Nuggets schmecken ja sowieso vor allem nach Fett und Salz und Fritteuse (also geil), deswegen macht das eigentlich keinen Unterschied, ob da nun wirklich Huhn drinnen ist oder zusammengepresstes Weizenprotein. Ich sehe sehr viele Chicken Nuggets Abendessen in meiner näheren Zukunft …

Gesehen //

Blondinen bevorzugt

Am Samstag endlich: Temperatursturz und Regen, Regen, Regen. Der perfekte Zeitpunkt also für einen ausgedehnten Nachmittag mit meinem Kumpel Netflix. Viele meiner Freunde verstehen meine Liebe zu alten Filmen immer gar nicht, weil „da passiert ja nix!“. Aber eigentlich passiert ziemlich viel, Filme wurden damals einfach nur nach anderen Prinzipien gedreht. Ich bin eigentlich immer überrascht, wie sexuell explizit viele Filme trotz Zensur sind und wie viel mehr Wert dadurch dem Dialog zukam. Ein Dialog in einem Film wie Transformers heutzutage dient ja nur dazu, die Pause zwischen zwei Explosionen zu füllen. Und alte Filme mit Marilyn sind sowieso das Beste. Natürlich ist die Prämisse in Gentlemen Prefer Blondes vollkommen hanebüchen, der Film macht aber einfach Spaß. Und Netflix: Gerne mehr von den Oldies!

Gelesen //


Das Buch „The Girls“ war plötzlich überall und hat sogar die obligatorische Lobpreisung von Lena Dunham, die verspricht, dass das Buch mich von den Socken hauen wird, auf dem Cover. Um was gehts? Die 14-jährige Evie lebt in einer langweiligen Kleinstadt ein ereignisloses Leben, bis sie auf eine Gruppe Hippies rund um den charismatischen Charles Manson Verschnitt Russell trifft.  Ich mochte die Stimmung des Buches, von den Socken gehauen hat mich das Buch nicht – ich finde, es ist eine typisches Coming-of-age-Geschichte. Und klar, es gibt einige gute Passagen über das Gefühlsleben von Teenager-Mädchen. Ist jetzt aber auch nicht das erste Mal, dass ich so etwas lese.

„I waited to be told what was good about me. I wondered later if this was why there so many more women than men at the ranch. All that time I had spent readying myself, the articles that taught me life was really just a waiting room until someone noticed you – the boys had spent that time becoming themselves.“

– Emma Cline

Gehört //

Wenn mich jemand fragt, was mein absolutes Lieblingsalbum aller Zeiten ist, das eine Album, das ich immer wieder rauskrame, das von vorne bis hinten perfekt ist und mich schon ein Leben begleitet, dann ist das eine Best-Of CD von Sam Cooke. Zufällig mit 16 reduziert im Media Markt entdeckt, in den Discman gesteckt und bäm, schon war es um mich geschehen. Als mir zwei Jahre später die CD auf einem Festival geklaut wurde (das Leben war so hart vor der Erfindung von MP3-Playern), habe mir die CD sogar nachgekauft. Definitiv Teil des Soundtracks meines Lebens. Erst in dieser Woche bin ich auf seine Version von „Summertime“ gestoßen, die angenehm melancholisch ist. Perfekt für die letzten Sommertage.

// Titelfoto (c) Unsplash

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