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Wie frau ein Buch schreibt

Es gibt zichillionen von Artikeln, Handbüchern und Abzockern, die erklären, wie frau ein Buch schreibt. Es ranken sich zudem zillionen von Mythen und urbanen Legenden um den Entstehungsprozess diverser berühmter Werke. Mal war der Autor volltrunken, auf Drogen oder dem Einfluss erheblicher sexueller Reize ausgesetzt, dann wiederum nahm sich die Autorin nach vollbrachtem Werk das Leben, schwor der Ehe ab oder lieferte nur noch mittelmäßige Schundliteratur ab.

Persönlich träumte ich lange Zeit davon ein Buch zu schreiben, glaubte jedoch, dass das so ein Traum wäre wie „Hochzeit mit Tom Hardy“ und „Ich werde ein Landgut in der Toskana besitzen“. Ich hatte so ziemlich genau keine Vorstellung, wie der eigentliche Prozess des Schreibens aussehen würde. Als das Angebot ins Haus flatterte meinen Kindheitstraum wahr zu machen, hatte ich die Chance endlich in den Olymp der schreibenden Zunft aufzusteigen – wie schwer kann das schon sein ein Buch zu schreiben?

Wie frau hofft das Buch zu schreiben

Alleine in einer ungemein bezaubernden Bibliothek oder daheim an einem Regency-Schreibtisch, in einem Kimono, mit Cocktail und Zigarette bewaffnet. Eingekuschelt in einen ungemeine bequemen Ohrensessel. Die Sätze werden bedeutungsvoll in die Tastatur gehämmert, unterbrochen von intellektuellem Starren in die Ferne, bei denen frau in höchstem Maße bezaubernd aussieht. Vermutlich schweben tiefe Jazzklänge über diesem Szenario. Wie bei Carrie Bradshaw halt.

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(c) New Girl / 20th Century Fox Television, Chemin Entertainment

Wie sie befürchtet das Buch zu schreiben

Gar nicht. Stattdessen muss sie mit der Schande leben, auf Grund von akuter Schreibblockade Monate vor einem blinkenden Cursor verbracht zu haben, in einer seltsamen Starre, die in akute Panik und Versagensangst überging je näher die Deadline rückte und schließlich in einem Showdown mündete, bei dem leere Manuskriptseiten unter wahnsinnigem Lachen verbrannt wurden. In diesem Szenario ähnelt die Autorin weniger Carrie Bradshaw und mehr dem armen besessenen Mädchen in „Der Exorzist“.

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(c) National Lampoon Christmas Vacation / Warner Bros.

Wie sie es wirklich schreibt

Ohne Schreibblockade, aber auch mit erheblich weniger Glamour. Schreiben ist Arbeit: Aufstehen, Frühstücken, Recherche, im Internet surfen, Notizen machen, im Internet surfen, Wäsche waschen, Mittagspause, im Internet surfen, Notizen sichten, Mittagsschlaf, im Internet surfen, einige Seiten tippen, im Internet surfen, ein paar Seiten vom Vortag korrigieren, Abendessen und Feierabend.

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via tumblr

 

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