Leipzig, Literatur
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Stadtschwärmer: From Leipzig with Love

Stadtschwärmer

Reiseführer sind nur für Touristen? Das dachte ich zumindest, bis ich den Reiseführer „Stadtschwärmer Leipzig“ in den Händen hielt und seufzen musste: Wie konnte ich nur so wenig über meine Lieblingsstadt wissen?

Wer sich ein bisschen in Leipzigs Kreativ-Szene rumtreibt, der kommt an Franziska Müller und Stephanie Schmidt von Kiss&Tell Communication nicht vorbei. Die beiden betreiben ihre eigene Agentur, ein Blog und organisieren jede Menge Events wie zum Beispiel die Fashion Show auf dem City Crash-Festival oder den Wedding Market, die pinterest-verdächtig schön gestylt sind. Und nun haben die beiden zusammen mit Babett Börner und Katrin Hofmann einen alternativen Reiseführer über Leipzig herausgebracht, der Touristen und Einheimischen gleichermaßen die Stadtgeschichte, Restaurants, Kneipen und schöne Läden näherbringt. Unterteilt in die sechs Kapitel Zentrum, Norden, Osten, Süden und Westen präsentiert der Führer knapp 300 Orte, an denen sich tatsächlich auch Leipziger gerne aufhalten. Die mit liebevollen Fotos und mit edler Typographie wunderschön in Szene gesetzten Spots sind das Gegenteil von Tourihölle.Stadtschwärmer Leipzig

So zum Beispiel mein Lieblings-Café Café Kater in Plagwitz, das Espresso Zack Zack in Reudnitz und der Evergreen Café Cantona im südlichen Zentrum. Würde ich alle drei ohne Bedenken auch meinem eigenen Besuch ans Herz legen. Auf meiner To-do-Liste stehen außerdem nach Lektüre des Buches ungefähr 10 Restaurants, die ich unbedingt am liebsten jetzt sofort gleich kulinarisch auf Herz und Nieren testen möchte. Und warum musste ich erst einen Reiseführer lesen, um zu erfahren, dass es ein koreanisches Restaurant in der Südvorstadt gibt, das Bibimbap serviert?Stadtschwärmer Leipzig

Ich vermute, dass einige den Stadtschwärmer nur als letzten Todesseufzer von „Hypezig“ ansehen werden und erneut die Idylle der 90er heraufbeschwören, als Nazis durch die Straße marodierten, alles grau und verlassen war (gut, dafür war es wirklich billiger) und niemand auf die Idee kam, hier seinen Kurzurlaub zu verbringen. Doch andererseits ist sogar Bushido schlau genug, um zu rappen „Die Zeiten ändern sich“. Und ich habe eigentlich nichts dagegen, dass es jetzt statt null Cafés auf der Karl-Heine-Straße immerhin zwei Stück gibt. Oder dass engagierte und talentierte Menschen anfangen, mit ihrer Arbeit endlich Geld zu verdienen.

Wer noch ein Weihnachtsgeschenk sucht: Das Buch kostet 19,90 Euro und ist in vielen Leipziger Buchhandlungen, Weihnachtsmärkten und im Online-Shop erhältlich.

1 Kommentare

  1. Hihi,

    nun kam ich endlich auch mal dazu, mich dem tollen Projekt der Mädels zu widmen. Wahnsinn, was sie da für eine Arbeit hineingesteckt haben und man kann das Herzblut förmlich sehen. Es ist ein herrliches Sammelsurium an Inspirationen geworden. Ich wusste ehrlich gesagt gar nicht so recht, was ich mir zuerst anschauen mag, weil es so schön und umfangreich aufbereitet ist. Obwohl dass auch mein einzier Kritikpunkt ist: Das bÜchlein ist soooo umfangreich, dass es für mich wahrscheinlich eher eine Art „Nachschlagewerk“-Charakter annimmt, da man wenn man es durcharbeiten würde, wahrscheinlich schon alles schöne von Leipzig in den schönsten Fassetten gesehen hat – irgendwie gehört es auch zu Leipzig, immer wieder Dinge zu entdecken, die eben nirgends aufgezeichnet wurden. 🙂 In jedem Fall eine wahrlich inspirierende Stadtbetrachtung. Ich hab meine Eindrücke auch mal gesammelt aufgeschrieben um auch bei mir im Blog noch ein bisschen die Werbetrommel zu rühren. http://www.leipzig-leben.de/stadtschwaermer-leipzig-stadtfuehrer/ Mal wieder ein Gruße aus dem Süden! Adelina

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