Feminismus, Literatur
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Endemitteliest: Die coolsten Frauenzeitschriften

Frauenzeitschriften

Frauenzeitschriften genießen bei der modernen Feministin einen eher schlechten Ruf. Mit Hilfe von maßregelnden Diätvorschriften, unrealistischen Körperbildern und teuren Konsumartikeln wird Frauen hauptsächlich eine Sache vermittelt: So wie Du bist, ist nicht gut genug. Da muss gezupft, gezehrt, gezurrt, gefixt, gesaugt und geqeutscht werden, damit Körper und Frau der Norm entsprechen.

Was wir in diesem Zusammenhang dringend überdenken sollten: Die Definition des Wortes „Frauenzeitschrift“. Sind Frauenzeitschriften nur Magazine, in denen es um Mode, häusliche Themen und Kochen dreht? Was ja umgekehrt auch fies gegenüber all den Nicht-Frauen ist, die auch ganz gerne kochen, stricken oder shoppen. Oder sind gute Frauenzeitschriften vielleicht einfach Magazine, die ich als Frau (oder überhaupt Mensch) gerne lese, weil sie spannende politische und gesellschaftliche Themenfelder adressieren und mir als Bonus noch Inspirationen liefern? Ich habe im folgenden meine liebsten „Frauenzeitschriften“ gesammelt, würde mich über weiter Vorschläge von Euch aber sehr freuen!

BrandEins

Offiziell ist die BrandEins ein Wirtschaftsmagazin. Aber eines, das Wirtschaft und ihre Auswirkungen aus soziologischer, politischer und kultureller Hinsicht beleuchtet. Es ist also nicht öder Ökonomiekram, vielmehr konzentriert sich jede Ausgabe auf ein bestimmtes Thema wie „Niederlage“, „Geschmack“ oder „Offenheit“ und erkundet das in aller Ausführlichkeit durch Kolumnen, Interviews, Reportagen und Essays. Statt um brandaktuelle Geschehnisse geht es also viel mehr darum, die Hintergründe sichtbar zu machen und Zusammenhänge erkennbar zu machen.

Erscheint alle 4 Wochen. Preis: 8,50 Euro

The Gentlewoman

Ich erinnere mich noch, wie ich das Magazin „Fantastic Man“ anhimmelte, ein Fashion-Magazin für Männer, dessen Layout und Style einfach dermaßen cool war. Und wie aufgeregt ich war, als ich im Internet las, dass es bald auch ein weibliches Pendant geben sollte. Ich habe mir die erste Ausgabe aus England bestellt und sie hat bis heute einen Ehrenplatz bei mir im Regal. Das Magazin hat es sich auf die Fahne geschrieben, Inhalte für moderne und fabelhafte Frauen zu machen und schafft den perfekten Spagat zwischen Mode, Lifestyle und anspruchsvollen Inhalten. Ich liebe die Interviews, die nicht das übliche Blablabla sind und den Models in den Modestrecken möchte ich alles vom Leib reißen, weil es tragbar ist und unsagbar cool aussieht.

Erscheint zwei Mal im Jahr. Preis: ca. 11 Pfund

ZEIT Magazin

Das ZEIT Magazin ist mir lieb und teuer, weil es mich schon so lange begleitet. Neben den oft hervorragend geschriebenen Artikeln mag ich besonders die Kolumnen (bis auf die von Martenstein, die gehört gestrichen). Meine in den letzten zwei Jahren entstandene Liebe zum Rosenkohl verdankt sich einem Rezept von Elisabeth Räthers Kolumne „Wochenmarkt“. Und ich liebe wie bei The Gentlewoman den Stil, der (nicht nur in Modestrecken) von dem Magazin ausgeht: Etwas Berlin, etwas Bildungsbürgertum, etwas Avantgarde.

Erscheint jede Woche als Beilage der ZEIT. Preis: 4,60 Euro

Frankfurter Allgemeine Quarterly

Die erste Ausgabe gleicht eher einem Buch in Bildbandgröße als einer Zeitschrift.  Sie beschreibt sich als „ein Intelligenzblatt mit Modestrecken und Hochglanzfotos; ein schickes, bunt bebildertes Heft, in dem man aber ernste, anspruchsvolle Essays lesen kann, lange Reportagen, Dossiers, die sich über mehr als dreißig Seiten erstrecken.“ Und das trifft vollkommen zu. Ich fand zwar, dass das Blatt durchaus etwas weniger Start-Up- und Tech-Enthusiasmus verkraftet hätte (und das sage ich als jemand, der gerne über solche Themen liest), habe mich aber insgesamt gut unterhalten gefühlt. Eine schöne Themensammlung zum Thema Zukunft.

Erscheint alle 3 Monate. Preis: 10,00 Euro

Dummy

Vor zwei Jahren habe ich ein Dummy-Abo zum Geburtstag bekommen und kann das als Geschenk nur weiterempfehlen. Die Dummy widmet sich, ähnlich wie die BrandEins, in jeder Ausgabe einem Thema, nur der Tonfall ist wesentlich zynischer. Das Spektrum reicht von „Insel“ bis „Geschwister“. Während die BrandEins die ökonomischen Dimensionen von Phänomen herausarbeitet, geht es in der Dummy oft um die Absurditäten und Alltagsdimensionen des untersuchten Themas. Ich habe vieles durch die Lektüre gelernt und das ist vermutlich das schönste Kompliment, dass ich einem Magazin machen kann.

Erscheint alle 3 Monate. Preis: 6,00 Euro

Bildmaterial: Lee Anderson // Unsplash

Was sind Eure Lieblingszeitschriften? Ich freue mich immer über Tipps, egal ob Mode, Gesellschaft, Zeitgeschehen oder Popkultur. Her damit!

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  1. Pingback: Sport- und Fitnessblogs am Sonntag, 19. März 2017

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