Endemittekocht
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Endemitte“kocht“: Anin Erf

Marla hat mich gefragt, ob ich bei dieser Reihe mitmachen möchte und ich habe begeistert zugesagt. Was ich damals bereits ahnte, aber noch nicht wirklich wusste: Das Bild, das ich hier von mir abliefere, ist zwischen all dem Foodporn, den man inzwischen gerade aus dem Netz so gewohnt ist, doch ziemlich erbärmlich. Dafür aber umso authentischer, also Bühne frei für eine Woche Normcore.

Donnerstag

Nach einem langen Arbeitstag freue ich mich oft aufs Kochen. Es entspannt mich, die gewohnten Handgriffe machen mich ruhig. Manchmal spukt schon ab Sichtweite Feierabend der Gedanke ums Abendessen durch meinen Kopf. Was mache ich? Was habe ich noch zu hause? Heute gibt es Resteküche. Champignons, cremigen Schafskäse, einen Rest Kopfsalat und eine halbe Gurke habe ich noch. Weil ich pleite bin und es schnell gehen soll, kaufe ich noch einen Sack Kartoffeln dazu und einen Becher Creme Fraiche. Fertig ist der Kartoffelbrei mit Feta und Sahnechampignons. Dazu, weils weg muss, Gurkensalat mit Kopfsalat.

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Freitag

Typischer Freitag: Nach der Arbeit schnell nach Hause, Sachen zusammenschmeißen und ab zum Bus nach Leipzig. Das ist vermutlich der einzige Sport, den ich gerade mache: Zu öffentlichen Verkehrsmitteln rennen. Für Essen bleibt da keine Zeit. Es gibt also: Knäckebrotsandwich mit Avocado und Käse und die Reste einer Naschtüte, die ich in meiner Jackentasche finde. Ohne letzteres ging das fast als gesund durch, oder?

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Samstag

Heute gehts weiter nach POSA, mein heiß geliebtes Herzensprojekt bei Zeitz. Mithilfe einer Supervisorin planen wir mal eben schnell die nächsten 10 Jahre und die nächste Millionen Euros an Ausgaben… Es geht heiß her, Diskussionsstoff gibt’s für 10 Jahre zuhauf. Meine Rettung steht vor mir auf dem Tisch in Form von selbst gebackenem Stollen, den ich hier mal als Abendessen Pt. 1 verkaufe. Um 21 Uhr gibt es dann Abendessen Pt. 2 in der Klosterküche: Kürbis-Möhren-Suppe.
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Um 23 Uhr bin ich zurück in Leipzig, wo es Sushi-Reste aus dem Zchaca gibt, das ich hier jedem nur wärmstens empfehlen kann.
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Sonntag

Zurück in Berlin. Ich esse so ungerne alleine, was dann oft in Unkreativität und Faulheit endet. Wie schön, dass da eine Ecke Quiche auf dem Küchentisch nur darauf wartet von mir verspeist zu werden.
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Montag

Montag plane ich geschickt vor und esse Mittags das Abendessen gleich mit. So clever! Mit den Kollegen gehts in einen dieser superhippen Asialäden, die im Saigon Streetstyle dekoriert sind. Dort gibt es Burger im Asia-Style in fancy buns mit fancy Süßkartoffelzeugs. Lecker.
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Dienstag

Ich bin ein großer Verfechter des AbendBROTS. Brot hat für mich die gleiche praktische Eigenschaft, wie Kartoffeln: Es passt zu allem. Wobei für mich nichts über ein ordentliches Käsebrot geht. Mit schön Butter oder Avocado drunter und Gemüse oben drauf.
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Mittwoch

Es gibt kein Bild von diesem Abend. Ist vielleicht besser so, das Abendessen bestand nämlich in erster Linie aus Bier.

Diese verflixt ungesunde Woche ist nicht unbedingt stellvertretend für mein normales Essverhalten, zumindest hoffe ich das. Fakt ist aber: Seitdem ich in Berlin wohne, sind meine Wege weiter und die Zeit für selbstgekochtes Essen knapper geworden. Umso mehr weiß ich die Mahlzeiten, die ich mir in Ruhe selbst zubereiten kann, zu schätzen.

Welchen Stellenwert hat Essen in deinem Leben? 

Ich esse und koche sehr gerne. Aber ich bin kein Food-Fetischist.

Was ist dir beim Essen und Einkaufen besonders wichtig? 

Beim Einkaufen verzichte ich auf abgepackte Wurst und Fleisch. Obwohl ich kein Vegetarier bin, hat sich das bei mir so eingebürgert. Ich verstehe das als Mikrokleinstkritik an einer völlig absurden Lebensmittelindustrie. Das ist zugegeben relativ inkonsequent, die Dönerläden mit Billo-Pressfleisch besuche ich manchmal nämlich trotzdem.

Erinnerst du dich, wann du zum ersten Mal für dich selbst gekocht hast und wer dir das Kochen beigebracht hat?
Ich erinnere mich, dass ich mir früher mit meinem kleinen Bruder immer harte Back-Battles geliefert habe, im Sinne von: Wem gelingt die aufwändigere Torte? Ich bin mir nicht sicher, ob das eher Fluch oder Segen für den Rest der Familie war…
Von meinem ersten selbst zubereiteten Gericht (Pilzomelette) im ersten Studiensemester, habe ich damals sogar ein Bild gemacht, weil ich selbst so lachen musste, ob meiner Unfähigkeit.

Was war dein Lieblingsessen als Kind?
Kartoffelpuffer, Schweinebraten, Kräuterspaghetti von Mama
Was magst du gar nicht?
Das habe ich mich neulich schon gefragt… ich glaube, ich bin wirklich pflegeleicht. Sellerie muss ich nicht jeden Tag haben, aber wenn er in einer Bloody Mary steckt, geht sogar der klar. Und Innereien, die brauche ich wirklich gar nicht. (Außer in Form von Leberwurst, da gehts wieder voll klar)
Mittags warm und abends kalt oder andersrum?
Das geht beides gut.
Wo isst du am liebsten, am Tisch oder auf dem Sofa?
Morgens und Mittags am Tisch, abends gerne auch mal auf dem Sofa.
Was trinkst du zum Essen?
Bier, ich komme ja auch aus Franken. Zu Fisch und beim Italiener aber immer gerne Wein. Und wenns ohne Alkohol gehen soll, gibts Apfelsaftschorle.
Wie oft gehst du auswärts essen und hast du ein Lieblingsrestaurant? 

Die tägliche Mittagspause führt mich täglich nach auswärts. Also fast täglich.
Was isst du, wenn es schnell gehen muss?
Brot mit Zeugs.
Was war das aufwändigste Gericht deines Lebens?
Ich habe mal 50 Portionen Semmelknödel mit Pilzrahm gemacht, das war dank der vielen Semmeln, die klein geschnitten werden mussten, schon ziemlich aufwändig.
Hast du ein Standard-Gericht, wenn Eltern oder Freunde zu Besuch kommen?
Nein, Standardgerichte finde ich langweilig.
Wer soll diesen Fragenbogen als nächstes ausfüllen?
Anni, weil sie eine tolle (Food-) Fotografin ist, dazu u.a. diesen Tumblr füttert und derartig großartige Texte schreibt und weil sie bestimmt leckere Sachen isst.

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