Genuss, Leipzig, Selbermachen
Kommentare 2

Cheese Please: Wenn Käseträume wahr werden

Grilled Cheese Please

Letztes Wochenende habe ich sehr oft „Cheese, Please!“ gesagt, ich habe geschwitzt, geflucht, gelacht, hart gearbeitet und neue Freunde gefunden. Mit dem Pop-Up Store „Cheese Please“ habe ich mir zusammen mit vier anderen Bloggern einen Traum erfüllt: Zwei Tage lang Restaurantbesitzer spielen – und nur Grilled Cheese servieren. Ich habe mir keine Illusionen gemacht: Das wird harte Arbeit. Bereits im Vorfeld haben wir alle nach Feierabend jeder locker 20 Stunden Arbeit in die Vorbereitungen gesteckt, Emails geschrieben, Preise kalkuliert und hart verhandelt, wie viel wir von welchen Zutaten wir brauchen. Es stellte sich heraus: Egal, wie viele Gedanken wir uns gemacht hatten und wie gründlich kalkuliert – alles zu bedenken ist nicht möglich, weil das Leben Überraschungen liebt und sich nicht an das Drehbuch hält.

Wie es sein könnte

Dank unzähliger Kochshows und Dokumentationen über das Schaffen von Köchen haben wir eine ziemliche glamouröse Vorstellung von der Idee ein Restaurant zu besitzen. Es ist harte Arbeit, aber es ist eben eine sexy Vorstellung, dass Menschen an einen Ort pilgern auf Grund des großartigen Essens, das man von eigener Hand zubereitet. Am Tage, so die Vorstellung, grast man lokale Bauern ab und sucht nach dem besten, frischesten und knackigsten Gemüse, dem saftigsten Fleisch und dem besten Wein. Nach einem leichten Lunch mit der Belegschaft, an der Keramikschüsseln einer lokalen Künstlerin, gefüllt mit sommerlicher Pasta, die Runde gemacht haben, trifft man sich mit allen zur Lagebesprechung und schwingt dann die Kochlöffel. Am Abend trudeln die Gäste ein, in der Küche wird unter Hochdruck gekocht und die Gäste genießen ihr Essen in dem sicheren Wissen, einen ganzen besonderen Ort entdeckt zu haben.

Wie es wirklich ist

Aber was tun, wenn der Geschirrspüler ausfällt? Oder die Kühlschränke, weil wir unsere Grills an deren Strom gehängt hatten? Wie am besten reagieren, als wir am ersten Tag nach drei Stunden alle verfügbaren Käse- und Brotvorräte aufgebraucht hat und hungrige Kunden, die extra wegen uns hergepilgert waren, leider auf den nächsten Tag vertrösten mussten? Und wie am besten nicht verzweifeln, wenn es eine Flaute gibt und phasenweise kein Kunde über die Schwelle des Restaurants tritt? Die Kommentare in der LVZ, die uns empfahlen „doch bitte einen richtigen Job zu suchen“ waren da nur die Kirsche auf dem Milchshake.

Was ich als temporäre Restaurantbetreiberin gelernt habe: Improvisation. Geschirrspüler fällt aus, keine Zeit alles von der Hand zu spülen? Dann eben auf Papierteller umschwenken. Kein Essen mehr da, weil man ausverkauft ist, aber Menschen kommen, die Hunger haben? Freundlich auf die Getränkekarte hinweisen und ein Schüsselchen Chips mit Salsa anbieten. Strom geht nicht? Dann eben mit einer Kabeltrommel DIY-mäßig neue Stromquellen anzapfen.  Und ich habe gelernt, dass es nur klappt, wenn ich mit großartigen Menschen zusammenarbeite, die genau wie ich Spaß an der Sache haben und mit anpacken.

Wozu das Ganze?

Cheese Please Leipzig

Das mag jetzt alles so klingen, als ob so ein Projekt nur viel Arbeit und sonst nichts ist. Ich möchte die harte Arbeit, die hinter so einer Veranstaltung steckt, deswegen betonen, weil solch ein Event immer Menschen braucht, die sich selbst ein wenig ausbeuten und viel Arbeit in eine tolle Idee stecken, einfach weil sie mit Herzblut dabei sind und Spaß daran haben, Angebote selbst mitzugestalten, anstatt nur zu konsumieren. Vor zwei Jahren hing ich arbeitslos auf meinem Sofa rum, mein Leben fühlte sich wie ein Scherbenhaufen an und ich zweifelte ernsthaft daran, dass ich jemals die Gelegenheit haben würde, meine Ideen in die Tat umzusetzen. Aus diesem Grund fühlt sich ein Event wie „Cheese Please“ ein wenig wie ein Happy End an.

Ein ganz großes Dankeschön geht deswegen an dieser Stelle an die besten Mitstreiter, die ich mir hätte wünschen können: Martin von Dunkel.Dreckig.Reudnitz, Liv von Thankyouforeating, Mella von Marsmädchen und Aileen von Minzgrün. Vielen Dank auch an Euch, dass Ihr vorbeigekommen seid, Lust auf Grilled Cheese hattet und dafür gesorgt habt, dass wir mit dieser Idee nicht baden gegangen sind. Danke an Fatih, dass Du uns die Schlüssel zum Renkli anvertraut hast. Eine schönere Location hätten wir uns nicht wünschen können. Und natürlich an Emmi, PFFFGenius und Koenic, ohne deren Unterstützung wir keine Käse, keine Happy Hour Schnaps, kein glutenfreies Brot und vor allem keine Grills gehabt hätten.

Alle Fotos (c) Liv // Thankyouforeating

2 Kommentare

  1. <3 (Mehr fällt mir dazu nicht ein. Es war so schön mit euch und trotz Stress würde ich das am liebsten gleich dieses Wochenende noch mal mit euch machen!!!)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.